Fisch. Endlose, erbärmlich intensiv fischige Stände, voll gefüllt mit stinkendem, verwest anmutendem Fisch. Sinneswahrnehmungen wie bei schmutzigem Sex, der einem den Darm hinaufkriecht. Der Blick durch die Gassen, der kalte Schauer, der die Haut hinaufzieht, der frostige Wind, der in jede Ritze des Leibes zieht und von innen heraus jeden plausiblen Gedanken elendig isoliert und vernichtet.
Fisch. Schmutziger Fisch. Dreckiger Fisch, eine dreckig fickende Gesellschaft.
Gereizt den einsamen Anblick einer bebenden, stinkenden Masse zu entfachen. Ein Streichholz in das leere Getümmel zu werfen und den stinkenden, verzweifelten Seelen zuzuschauen, wie sie gedankenlos verbrennen.
Der eisige Wind zieht tiefer unter Kleider und Mäntel, der Schritt wird behaglicher, blendet man aus. Auf samtigem Kies zieht der Weg seine Adern durch ein großartiges Schlachtfeld der verlorenen Träume und Wünsche. Mit nackten Füßen auf dem Weg zu schreiten, jedem Ascheberg zu entfliegen.
Jener Wind, der der Grabesruhe ihre angesengten Kleidungsfetzen entreißt und sanft durch die Luft trägt. Nun wird er wohlig warm und zieht mit dem Weg seine Bahnen von den Trümmern, von verkohlen Gestalten.
Einsam wirkt dieser neue Fluß, aber voll an reichen Gedanken, belebt durch den Kuß des reizend warmen Windes. Jede Knospe am Wegesrand, nun im Mittelpunkt des Seins, weist dem Weg seine Richtung. Am Hafen dann und nun, schaut das tiefe schwarze Wasser hinauf, schaut dir ins Gesicht. Die Dielen knirschen unter jedem Schritt den du nimmst deine Freiheit zu finden. Der warme Wind bläst dir in den Rücken und drängt dich den Pfaden deines Massakers zu entfliegen und zu vergessen. Für den Moment:
Segel zu setzen, das Meer zu ergründen. Wie du treibst, so wirst du getrieben. Wenn dort jener Wind die Segel glänzen läßt und neue Ufer mit samtigem Kies auslegt. So stehst du am Hafen und die Dielen zerreißen hinter dir, setzt du den Fuß vom Wind getrieben auf das treibende Boot. So zerbersten die Asche und die Dielen, treibt dich der Wind in Richtung Morgen.
Hemmungslos und Wahnerfüllt.
Fisch
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[...] Diese Gefühle erinnern mich sehr an meine Gedanken zur Gesellschaft aus dem Winter letzen Jahres: “Fisch“ [...]