Good Morning, Vietnam

captain-america Nun kann ich auch endlich behaupten, mal in den Vereinigten Staaten gewesen zu sein.
Das erste, was mir auf der Interstate von O’Hare nach Chicago ins Auge fiel war ein riesiger gelber Bus in dem viele alte Menschen saßen. Darauf Stand in weißen Lettern Vietnam Veterans. Witzig.

Allein der Aufenthalt am Flughafen hat aber schon völlig neue Erfahrungen aufgeworfen. So sass ich gerade gemütlich auf dem Klo (das übrigens ein riesiges Wasserreservoire hat) als mich aus dem Lautsprecher über mir eine kratzende Stimme hinwies “Do not forget to wash your hands after using toilets. Please use Soap!”. Wow. Fast hätte ich’s vergessen. Danke!

Auch auf den meisten Toiletten in Restaurant sind Schilder wie “Employes must wash their hands. Guests should.”. Ob die Ammis das wohl sonst vergessen?
Dabei wurde ich doch erst kurz vor dem Flug darauf hingewiesen mindestens einmal am Tag zu duschen, da die Amerikaner davon ausgehen, dass Europäer stinken und sich seltenst waschen. Um diesem Klisché entgegenzutreten dusche ich nun 4 Mal am Tag. Zumindest meine Hände sind schon pudelrosa. Denen zeig ich’s!
Ich hoffe, dass das extrem chlorhaltige Wasser, womit man sich hier duscht und das man trinkt, keine bleibenden Organschäden hinterlässt.

Chicago hat übrigens ein großartiges Flair. Bei unserem nächsten Besuch ist dann auch die Downtown dran, die wir bisher nur von weitem mit ihrer Skyline bewundert haben. Manko: Die Stadt ist laut, dreckig und unübersichtlich. Unerwartet gemütlich ist allerdings der Abend. Dann treiben sich auch Leute auf den Straßen rum. Musik aus den Bars strömt auf die Wege und man kommt sich fast wie in einer europäischen Großstadt vor – es wirkt verwinkelter, man sieht weniger Autos.

Cedar Rapids hingegen wirkt wie erwartet. Insbesondere die Wohngegend in der wir unsere Zelte aufgeschlagen haben ist so symmetrisch wie charmlos. Markante schwarze Maschendrahtzäune trennen die rechteckigen Rasengärten voneinander. Die kleinen weißen Villen ähneln sich wie Hühnereier und die Garagen sind so groß wie deutsche Einfamilienhäuser.
Umso herzlicher sind dagegen die Menschen, die hier wohnen. Jeder Geste wird mit einem Lächeln begegnet und permanent wird einem vor Augen gehalten in welchem Ausmaß man doch willkommen sei.

An der Tankstelle habe ich sogar eine Schachtel Zigaretten geschenkt bekommen, weil der aus London stammende Verkäufer so hingerissen war einen weiteren Europäer zu treffen. Er fing an zu tanzen und war unglaublich begeistert Deutsch zu können: “Scheisse, Scheisse, Scheisse!” hat er gesungen .. “Guten Tag Scheisse! Einz Zwai Drai Scheisse Guten Tag!”. Ich erkannte sofort sein großes Talent, habe es aber für mich behalten.

Auch Sportveranstaltungen werden hier sehr amerikanisch zelebriert. Jede Familie reist also mit mindestens drei Vans/Geländewagen an und bringt nebst Klappstühlen einen mittelgroßen Hausrat mit.

Es ist einfach alles größer, lauter und teurer. Vom Fernseher über’s Auto zum Chipspackung.
Viele Erwartungen wurden erfüllt. An vielen Stellen wurde ich überrascht. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Schliesslich ist heute Tag 3 von knapp 4 Wochen.

  1. Gerd Freye says:

    Prächtig!
    Packe jetzt gleich meine sieben Sachen um das Geschriebene nochmals selbst zu durchleben.
    Weiterhin viel Spass…

  2. Daniel says:

    Hey das klingt auf jeden Fall nach einer tollen Erfahrung!
    Weiterhin viel Spaß und liebe Grüße an euch beide.

Leave a Reply
  1. (required)
  2. (will not be published) (required)