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	<title>Wanderwort by Roman Ernst &#187; SNMCMG 2</title>
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		<title>Kreta</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2008 20:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pex</dc:creator>
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		<description><![CDATA[nach einiger Zeit der Abstinenz melde ich mich mal wieder. Wir sind wieder im Mittelmeer angekommen und im Prinzip auf dem Rücktransit nach Kiel. Heißt, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch zwei Häfen vor uns haben. Als nächstes werden wir Kreta anlaufen. Hier liegen wir allerdings nur an einer Nato-Pier um zu tanken, damit wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>nach einiger Zeit der Abstinenz melde ich mich mal wieder. Wir sind wieder im Mittelmeer angekommen und im Prinzip auf dem Rücktransit nach Kiel. Heißt, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch zwei Häfen vor uns haben. Als nächstes werden wir Kreta anlaufen. Hier liegen wir allerdings nur an einer Nato-Pier um zu tanken, damit wir auch bis nach Hause kommen. Dann werden wir in Lissabon die Übergabe an den Tender Rhein starten, der irgendwann die Tage in Kiel ablegen müsste. Aber auch hier werden wir nur so lang als nötig verharren um so schnell wie möglich wieder in deutsche Gewässer zu kommen J Das wird dann voraussichtlich am 22. Oder 23. August sein.<br />
<span id="more-17"></span><br />
Zwar kann man die Tage an den Händen abzählen und der Alltag rückt wieder näher und man freut sich darauf und es wird alles vorstellbar, aber auf der anderen Seite überhitzt man hier total. Nun ist nämlich unsere Klimaanlage ausgefallen und der Tender ist erbarmungslos der Sonne ausgesetzt, die durch den wolkenlosen Himmel bricht. Temperaturen von über 50 Grad in Teilen des Schiffes sind also keine Ausnahme. Auch unsere Kajüte hat sich auf um die 30 Grad aufgeheizt und der Großteil der Besatzung schläft an Oberdeck. Sechs man zur Zeit davon in Hängematten und der Rest davon auf dem blanken Boden auf dünnen Decken – nur um der Hitze zu entweichen. Ich schlafe im Moment eigentlich gar nicht und halte mich stehend auf der Back auf, um nach kühlem Fahrtwind zu haschen. Da wir kein Ersatzteil haben, kann man nur hoffen, dass es irgendwie möglich sein wird, das defekte Gerät in Souda zu ersetzen.</p>
<p>Die letzte Woche im Kriegsmarsch war ebenso spektakulär wie spannend. Wir schipperten im Zickzack vor der ägyptischen Küste auf und ab, haben mitgeplottet, wer da so rum fuhr und Fischer gejagt. Die wollten uns nämlich nicht antworten, wenn wir sie angefunkt haben. Da es aber der Auftrag war, ihnen mit einem ausgesetzten Kutter Infopost zukommen zu lassen, haben wir nicht locker gelassen. Bis die dann voller Angst vor einem ganzen Flottenverband grauer Kriegsschiffe, der sich stetig näherte und irgendetwas auf Englisch erzählte , mit voller Kraft voraus die Flucht ergriffen. Kann ich auch irgendwie nachvollziehen. Dafür waren allerdings die letzten Häfen in meinen Augen sehr schön, erholsam und sehenswert. Ich meine, dass der erste Hafen nach meiner letzten Mail Novorossiysk sein müsste. Hier war alles typisch russisch. Direkt neben dem Markt saßen wir in einer kleinen Fischerkneipe und haben frische Pelmini gegessen um dann die frische Ware auf dem Markt zu begutachten. Wir sind durch die Stadt geschlendert, haben und die Cafés angeschaut und sogar ein paar nette Russen getroffen, die mit der Handelsmarine die Meere bereisen und die uns ein wenig rumgeführt haben. Alles in Allem und zusammengefasst also sehr schön.</p>
<p>Istanbul als Riesenmetropole hat sich mir direkt als unübersichtlich, verwinkelt und verwirrend gezeigt. Man hat bis auf einige Ausnahmen das Gefühl in einer Kleinstadt zu sein, die einfach nicht endet. Ich hatte das Glück an einer Tour durch die Stadt teilzunehmen, die uns allerdings mehr Museen als die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte. Trotzdem war ich in der roten und der blauen Moschee. Immerhin. War auch sehr beeindruckend. Trotzdem habe ich lieber die Wasserpfeifen Cafés am Hafen genossen, in denen man zwar keinen Alkohol bekommt aber unheimlich leckeren türkischen Tee um dabei Back Gammon zu spielen. Natürlich voll „ver-w-lant“. Ein nächtlicher Jogg durch die Metropole hat dann immerhin das Sightseeing abgerundet. Ferner haben wir den „Besten Fisch von unter der Brücke“ gegessen, wie uns der Restaurantbesitzer versichert hat.  Der Fisch war zwar eher normal, aber die Atmosphäre war trotzdem sehr nett. Eine riesen Brücke unter der nur Fischrestaurants waren. Sowieso typisch für Istanbul, hatte ich den Eindruck, sind die Viertel. Es gibt überall Strassen, in denen es auch wirklich nur eine Sache zu kaufen gibt. Immer in kleinen Läden, immer alle nebeneinander, immer das selbe Sortiment. Sein es Schrauben, Stoffe, Döner, Glaskugeln, Schuhe, Hüte, Kettensägen, Ventilatoren. Toll. Nur irgendwie unsinnig. Fand ich jedenfalls.</p>
<p>Um es beim kurzen Bla zu belassen, sind wir also weiter transitiert nach Aksaz. Obwohl Aksaz  sicher von keinem von euch in der Karte gefunden werden kann, da es nur der Militärstützpunkt ist, der so heisst und der höchsten Geheimhaltungsstufe der Türken unterliegt. In dem Stützpunkt, der wirklich riesig ist (in diesem einen Hafen sind doppelt so viele Soldaten stationiert, wie die deutsche Marine hat), lag einfach alles. Da waren amerikanische Korvetten, italienische Zerstörer, französische U-Boote und eben unsere Minenjäger und unser Wurstwagen. Nebenher waren natürlich Unmengen türkischer Einheiten dort. Der Stützpunkt wird Meilenweit umher bewacht und ist absolutes Sperrgebiet. Von allen Seiten von Bergen und der See umschlossen uneinnehmbar, landschaftlich aber toll.</p>
<p>Die Stadt Marmaris, die einige Kilometer entfernt unseren eigentlichen Landgang bestimme, ist ein beliebtes Reiseziel von Russen, Enländern und Holländern. Entsprecht touristisch war’s dort auch aufgezogen. Alles war sehr teuer, aber auf der anderen Seite auch sehr entspannend. Wieder Wasserpfeifen Cafés, wieder leckere türkische Speisen mit Airan, wieder Wlan. Da dies der letzte so richtig, richtige letze Hafen war, haben wir uns auch von den Einheiten gebührend verabschiedet und ihre Inne-, wie auch Außeneinrichtung mit unserer Partywut belastet. Die haben uns aber auch entsprechend gut mit Alkohol und Leckereien der nationalen Küchen begeistert. Nachdem ich noch mit Katrin telefoniert habe, bin ich dann auf dem Rückweg abgefangen worden und mit an Bord der Erdemli, dem türkischen Minenjäger geschleppt worden und fand mich als Mannschafter plötzlich in der Offiziermesse wieder. Da streuchten dann plötzlich viel zu viele türken rum, die uns alle möglichen alkoholische Getränke einschenkten und nachschenkten und nachschenkten und .. und so weiter. Allein der Raki muss mich um den Verstand gebracht haben. Nachdem die türken dann eine Rammstein DVD einwarfen, war der Kessel am brodeln und ich habe nur schwerlich meinen Weg auf den Bock gefunden. Am nächsten Tag durfte ich aber bei der Frischwasserübernahme den ganzen Schnaps wieder ausschwitzen. Immerhin.</p>
<p>Nun sind wie, wie gesagt, wieder auf dem Transit. Auf dem endgültigen. Das Steampast wird noch stattfinden, wo die Einheiten der Force so nah aneinander vorbeifahren, dass jeder den anderen mit faulen Eier, Farbgranaten und allen Wasserwerfern sowie Feuerlöschschleuchen an Bord befeuert wird. Dabei wird über die Schiffslautsprecheranlage so laut wie möglich mucke gespielt. Als letztes natürlich zu unserer Verabschiedung „Love Me Tender“. Und dann wird gesungen: „Wir könn’ nach Hause fahrn. Wir könn’ nach Hause fahrn!“ Tja. Und dann fahren wir wieder nach Hause. Und darauf freue ich mich schon. Alle wiederzusehen, wieder ein wenig Alltag zu genießen und mir auszusuchen, wie meine Freizeit aussieht. Ein schöner Gedanke. Schön, dass es bald so weit ist.</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich euch noch einmal alles Liebe aus dem östlichen Mittelmeer und hoffe, dass wir die letzen Unwetter auch noch gut überstehen.</p>
<p>Kleiner Nachbrenner: Mittlerweile sind wir über Umwege auf Kreta angekommen und ich sitze in einem kleinen Café im alten Hafen in Chania. Ich war heute schon Crossjoggen durch die Weinberge hier. Wirklich wunderschön. Dabei sind wir auch auf eine kleine blaue Lagune gestoßen, in dem ich dem feuchtwarmen Mittelmeer frönte. Man konnte bis auf den Grund schauen und schwamm zwischen kleinen weißen Segelbooten. Mit einem Frappe in der Hand und Blick auf die Bucht, haben wir uns dort also vom Joggen erholt um uns dann mit dem Bus einer italienischen Fregatte auf in dieses Urlaubsdomizil zu machen. Kreta ist wirklich bestechend schön und es gibt viel zu sehen. Da ist es schade, dass wir nur diesen einen Tag hier liegen.</p>
<p>Das nämlich kommt daher, dass – wie angedeutet – wir Probleme auf dem Weg hier her hatten. Denn wir sind in ein Unwetter geraten und hatten mit vier Metern Dünung  zu kämpfen. Ich hätte mich im Kartenraum beinahe sebst mit meinen Zirkel erstochen so schwabbelte der Kahn. 50 Meter über der Wasserlinie, auf Brücke, lagen wir zwichenzeitlich fast senkrecht im Wasser. Jedenfalls wurde man auch hier oben erheblich nass. Drum mussten wir Kreta im Süden umfahren. Dafür aber geht es nun Morgen auf den Rücktransit und ab nach Lissabon. Bis dahin</p>
<p>Alles Gute</p>
<p>Euer Roman</p>
<p>Ps: Weiter Bilder findet ihr übrigens auch auf der SNMCMG 2 Seite der Marine. Da bin auch ich in Novorossiysk drauf <img src='http://wanderwort.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://www.marine.de/portal/a/marine/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLNzKOD_R1B8mB2d5mIfqRcNGglFR9X4_83FR9b_0A_YLciHJHR0VFAHTis-g!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMjNfUVRH?yw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW26CHG8B871INFODE%2Fcontent.jsp">SNMCMG 2 auf Marine.de</a></p>
<p>bzw:<br />
<a href="http://www.marine.de/portal/a/marine/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLNzKODwxxB8mB2d5mIfqRcNGglFR9X4_83FR9b_0A_YLciHJHR0VFAHkzUow!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMjNfSzdB?yw_contentURL=%2F02DB070000000001%2FW27GSJH9460INFODE%2Fcontent.jsp">Mein Bild auf Marine.de</a></p>
<p>Anbei noch ein paar Bilder:<br />
<a href='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/p6050028.jpg' title='Cartagena Spanien'><img src='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/p6050028.thumbnail.jpg' alt='Cartagena Spanien' /></a><br />
<a href='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/p6220303.jpg' title='Patras Spanien'><img src='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/p6220303.thumbnail.jpg' alt='Patras Spanien' /></a><br />
<a href='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/sany0370.jpg' title='Novorossiysk Russland'><img src='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/sany0370.thumbnail.jpg' alt='Novorossiysk Russland' /></a><br />
<a href='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/sany0215.jpg' title='Straße von Korinth'><img src='http://wanderwort.de/wp-content/uploads/2008/08/sany0215.thumbnail.jpg' alt='Straße von Korinth' /></a></p>
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		<title>Burgas</title>
		<link>http://wanderwort.de/2008/07/16/burgas/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 22:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pex</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Momen liegen wir vor Burgas vor Anker, wo wir auch bis Samstag im Hafen lagen. Übrigens ein sehr schöner Ort, der für einen kurzen und günstigen Urlaub sicher sehr angebracht ist. Hier haben wir leider auch zwei Kameraden verloren. Der eine hatte ein, sagen wir Mallöhr, mit einer Prostituierten und den andern hat’s nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Momen liegen wir vor Burgas vor Anker, wo wir auch bis Samstag im Hafen lagen. Übrigens ein sehr schöner Ort, der für einen kurzen und günstigen Urlaub sicher sehr angebracht ist. Hier haben wir leider auch zwei Kameraden verloren. Der eine hatte ein, sagen wir Mallöhr, mit einer Prostituierten und den andern hat’s nach 3 Jahren Seefahrt die Nerven gekostet. Die sind also zurück nach Deutschland geflogen worden. Ein paar mit einspielende Umstände haben entsprechend auch die Stimmung an Bord ein wenig gedrückt. Langsam gibt sich das aber und alles geht wieder zurück in gewohnte Bahnen. Nachdem wir heute Nacht wieder Ankerauf gehen, werden wir unseren zweitägigen Transit nach Novorossyisk beginnen um da den bisher größten Empfang an Bord zu feiern. Das wird mit Sicherheit noch mal schön stressig und ich bin auch schon gespannt, was das russische Urlaubsgebiet so bietet. Jedenfalls werden wir, wie in Burgas, die erste deutsche Einheit sein. Gibt also keine weiteren Infos, bis darauf, dass Besatzungsmitglieder unseres internationalen Nato Verbundes hier laufende Gerichtsverfahren in Russland haben und deswegen nach Varna ausweichen.. Schau’n wir mal.<br />
<span id="more-16"></span></p>
<p>Ein Highlight war dann natürlich die Durchfahrt durch den Kanal von Korinth. Hiervon gibt es auch Bilder auf www.marine.de unter dem Punkt Aktuelles über SNMCMG 2. Sah schon recht haarig aus die zwei Meter Platz an beiden Seiten. Die Fahrt vorbei an Istanbul habe ich leider verpasst. Beim nächsten Mal aber werde ich mir das nicht entgehen lassen nicht erst beim Einlaufen auf der Brücke zu sein. Soll atemberaubend schön gewesen sein. Wie New York oder eben Frankfurt oder so J</p>
<p>In Canakkale hab ich’s leider nicht nach Troja geschafft, weil ich ja zwei Tage Wache hatte und an meinem freien Sonntag die Offiziere das reservierte Auto genommen haben. Naja. Immerhin habe ich das Pferd aus dem gleichnamigen Film an der Küstenpromenade gesehen. Ruinen kann ich mir auch im Schloss Landestrost anschauen J Ansonsten war es ein sehr ruhiger Hafen, in dem wir uns vom verzweifelten Versuch nach Troja zu kommen, auch von der Polizei haben durch die Gegend fahren lassen. Die meinten nämlich, die wüssten, wie wir da hin kommen. Nach langem hin und herfahren und viel türkischem Gequatsche mit irgendwelchen Leuten sind wir dann aber doch wieder zurück in den Hafen gefahren. Da es aber schon spät war, war uns das ganz recht. Freundlich waren sie allerdings dort und im Gegensatz zu Izmir auch lange nicht so aufdringlich. Eher wie man es in Europa gewohnt ist.</p>
<p> Voraussichtlich werden wir Morgen bei östlichem Kurs in ein Unwetter hineinfahren. Das wäre dann unser erstes schlechtes Wetter seit dem Austritt aus dem Nord-Ostseekanal. Wird aber hoffentlich die Ausnahme bleiben, wenn wir das Unwetter nicht noch austricksen.</p>
<p>Ich werde dann demnächst auch anfangen die einen oder anderen Infos, sowie Fotos aus www.wanderwort.de (mein Blog) online zu stellen. Wenn das soweit ist, schicke ich aber natürlich auch noch mal eine Info diesbezüglich rum.</p>
<p>Nach meiner letzen Mail, habe ich mich übrigens sehr über die wirklich raschen Antworten gefreut. Es ist schön zu hören, was ihr so macht und was sich in der Heimat alles abspielt. Ich lese zwar mittlerweile DieZeit online, weil wir hier an Bord nur die Bild-Illustrierte bekommen, aber da steht auch nicht drin, wie es mit euren Umzügen, euren Anschlusszügen und Bettbezügen aussieht J Interessiert mich aber außerordentlich.</p>
<p>Viele Grüße ganz besonders auch an Mathis, der seit gestern (?) in New York sein müsste. Nächstes Jahr werde ich ja auch das erste Mal mit Katrin über’n großen Teich fliegen. Dann werden wir mal sehen was da so geht. Erstmal in Kiel einlaufen (Übrigens nun doch voraussichtlich am 23. August). Aber: Nichts ist beständiger als die Änderung in der Bundeswehr.</p>
<p>Ich halte euch auf dem Laufenden.</p>
<p>Ganz viele liebe Grüße aus dem schwarzen Meer</p>
<p>Roman</p>
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		<title>Saros Bucht</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 11:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pex</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir liegen heute Abend, wie Gestern, vor Anker in einer kleinen türkischen Bucht, an der Einfahrt zum Bosporus. Gerade haben wir Mannschafter und Unteroffiziere einen leckeren Eis-Sundowner auf dem Achterdeck zu uns genommen und Dummschnack gehalten. Das Glück ist mit mir, dass ich keine Ankerwache gehen muss und in diesen Stunden ein wenig Zeit für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir liegen heute Abend, wie Gestern, vor Anker in einer kleinen türkischen Bucht, an der Einfahrt zum Bosporus. Gerade haben wir Mannschafter und Unteroffiziere  einen leckeren Eis-Sundowner auf dem Achterdeck zu uns genommen und Dummschnack gehalten. Das Glück ist mit mir, dass ich keine Ankerwache gehen muss und in diesen Stunden ein wenig Zeit für mich habe. Die einzige Zeit, in der man davon sprechen kann. Denn normalerweise sind die Tage so straff gestrickt, dass die wenigen Gelegenheiten, die man frei verwenden kann, fürs konsequente Ausruhen missbraucht werden. So kommt leicht das Gefühl auf, dass man im reinen Seebetrieb lebt. Man geht eine Art Symbiose mit seinem Boot und der Mannschaft ein und verdrängt leicht die alten Normalitäten.<br />
<span id="more-15"></span></p>
<p>So bedarf es in den Häfen in die wir einlaufen stets einer Umgewöhnung. Ich für meinen Teil nehme die Landgänge eher als Träume war. Sie sind kurz und brisant. Man nimmt nur Umrisse wahr, nimmt verschwommene Eindrücke mit, die wahrscheinlich nur wenig dem eigentlichen Bild des Landes oder der Stadt ähneln.</p>
<p>Wie dem auch sei sind es ganz großartige Erfahrungen und Eindrücke, die ich sammeln darf. Von wunderschönen Buchten in den wir liegen oder ich bade bis zu fabelhaften Gerüchen, Gesichtern und Erlebnissen an Land.</p>
<p>Ich durfte euch ja schon berichten, wie wir in Cartagena ankamen. Wir waren in Valencia und haben Tapas gegessen, uns die Stierkampfarena angeschaut. Sind in blauen Lagunen Baden gegangen. Waren Wandern, Fahrrad fahren und in Kneipen und Diskos. Die acht Tage dort scheinen mir nun als wären sie schon Jahre her. Dort hatte ich noch das Gefühl Urlaub zu machen – war noch nicht im Element der Seefahrt. Schon in Patras, als Katrin mich besuchen kam, sah dies ganz anders aus. An Land zu schlafen und mein Boot von außen zu betrachten hat mich verführt viel darüber nachzudenken. So konnte ich die erst geschilderten Gedanken überhaupt fassen.</p>
<p>Patras selbst und die Zeit dort mit Katrin waren sehr schön und wir haben typischer Weise viel gesehen und erlebt – mitunter natürlich zusammen mit der Besatzung der Mosel. Man kann kaum leugnen, dass diese drei Tage drei sehr bewegende Tage waren, die ich nicht missen möchte. Vom ausgedehnten Strandbesuch zum Entspannen über die Rückkehr aus Bars um sieben Uhr Morgens zu glorreicher Zweisamkeit.</p>
<p>In der Türkei, in Izmir, wiederum war alles sehr unerwartet. Wir lagen an einer durch das türkische Militär bewachten Pier hinter Sandsäcken und von MG-Schützen umgeben. Zum ersten Mal hatte ich wirklich das Gefühl auf einem Kriegsschiff zu sein. Wenn man durch das Portal von der Pier ging, hat sich der Eindruck aber verflüchtigt. Als man sofort von 20 Leuten angesprochen wurde, was man denn haben wolle. Und tatsächlich: Hat man seinen Wunsch geäußert, wurde man auf direktem Wege von mindestens zwei Herren begleitet. Dorthin, wo man jenes bekam. Eindrucksvoll in diesem Sinne war auch der Basar als größter der Türkei und zweitgrößter der Welt. Siebentausend Lädchen öffneten eine so große Bandbreite an Dingen die man braucht – oder eben nicht, dass 90% der Besatzung mit mindestens fünf Tüten wieder an Bord schlenderten. Allein in diesem Hafen haben die 80 Mann an Bord so über 40.000€ gelassen! Ich habe es dabei auf eine Wasserpfeife und ein nettes T-Shirt beschränkt &#8211; was allerdings eigentlich auch nicht unbedingt auf meiner Wunschliste stand. Ansonsten wurde natürlich auf Schritt und Tritt versucht, die Leute auszunehmen. Trotz des unglaublich netten Eindrucks der Leute. Insbesondere, weil beinahe jeder Deutsch kannte! Ich will behaupten, dass auch mindestens die Häfte der Verkäufer vorher im Ruhrpott gelebt hat <img src='http://wanderwort.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Nun sind wir hier, wo wir sind – in dieser kleinen Bucht umgeben von kleinen türkischen Dörfchen und vielen kleinen weißen Anglern und Fischern. Der Sundowner liegt hinter mir und gerade kam einer meiner Kammerkameraden und hat mir ein amerikanisches Bier in die Hand gedrückt. Das schmeckt zwar nicht so recht nach Bier. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, nicht?</p>
<p>Diese Bucht trägt allerdings auch ihr böses Ohmen mit sich, da sie Ausweiche für das eigentlich Geplante war. So werden wir am Samstag nicht in Constanza einlaufen sondern in Canakkale. Ein kleiner Militärhafen in der Straße zum Bosporus, wo wir weder mit Post versorgt werden, noch freien Ausgang haben. Die Russen haben uns das Fahren im schwarzen Meer verboten. Im Moment erwarte ich dort die türkischen Fregatten und an Land stramme Soldaten, die Tag und Nacht ihre Waffen auf uns richten. Wahrscheinlich übertreibe ich aber. Schließlich haben wir in dem NATO Verband in dem wir fahren auch die Erdemli, ein türkischer Minensucher. Die liegt heute Nacht auch längsseits und irgendwie macht die Besatzung nicht den Eindruck, als wäre das türkische Militär so, wie man davon hört. Ich werde aber natürlich berichten, sobald wir da sind.</p>
<p>Damit werde ich es auch für heute belassen. Sollten wir in Canakkale Internetzugang bekommen, werde ich auch Bilder nachsenden. Sonst halt erst in Burgas, der nächsten Station. Die wir dann anlaufen werden, wenn wir schlussendlich Einlass ins Schwarze Meer von den Russen bekommen.</p>
<p>Bis dahin sonnige Grüße aus dem Mittelmeer</p>
<p>Roman</p>
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